Die Aufstellung und Ausbildung einer Kampfschwimmereinheit war im Deutschland des Zweiten Weltkrieges ein Mittel in der Not. Die erfolgsverwöhnte Kriegsmaschinerie mit ihrem hochmodernen Großgerät und technisch führender Ausrüstung gab den Verfechtern der konventionellen Kriegsführung keinen Anlass entsprechende Kräfte aufzubauen. Das Heranrücken der alliierten Truppenspitzen an das Reichsgebiet machten die Not der strategischen Lage des „Dritten Reiches“ im letzten Drittel des Krieges offenkundig und führte, gepaart mit Versorgungsknappheit an Mensch und Material, zu einem Umdenken. Mit der Aufstellung der Kleinkampfmittelverbände (K-Verbände) und der darin integrierten Kampfschwimmer schuf die Kriegsmarine ein ebenbürtiges Gegenstück zu den „Brandenburgern“ der Wehrmacht als einen hoch mobilen und respektablen Gegner der „Anti-Hitler-Koalition“.

Nach dem Vorbild der X-Crafts der britischen Royal Navy bestand der technische Kern der Kleinkampfmittelverbände aus bemannten Einmanntorpedos und ebenfalls mit Torpedos bewaffneten Kleinst-U-Booten. Zur Verwendung kamen Einmanntorpedos vom Typ „Neger“ und „Marder“, sowie die größeren U-Boot-Typen wie „Biber“ und „Seehund“. Ebenfalls fanden Sprengboote Verwendung, die nach Absprung des Fahrers mit fixiertem Steuer auf das Ziel zuhielten.

Die Kampfschwimmer bildeten in K-Verbänden den personell kleinsten Anteil. Die erste Kampfschwimmerausbildung wurde Ende 1943 durch die Abwehrstelle (militärischer Geheimdienst) in Hamburg durchgeführt. Die Einheit war eine reine Kampfschwimmereinheit mit dem Namen: Marineeinsatzkommando (MEK). Den Anfang der Ausbildung machten 30 Freiwillige, darunter kriegserfahrene und hochqualifizierte Soldaten der Küstenjägerabteilung der „Brandenburger“. Die in MEK „Marco“ und „Marei“ gegliederte Einheit sollte Haftminenangriffe gegen Schiffe, Brücken und Schleusen durchführen. Mit der Aufstellung der K-Verbände (offizielle Bezeichnung ab dem 20. April 1944) wurden die MEKs zusammengefasst und von der Abwehr an die Kriegsmarine, die nun die Leitung sämtlicher maritimer Sonderaufgaben übernahm, überstellt.

Als Kommandeur des Kommandos der Kleinkampfverbände (K.d.K.) setzte das Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) Konteradmiral Helmuth Heye ein. Konteradmiral Heye diente bereits im Ersten Weltkrieg auf U-Booten, wurde in die Reichswehr übernommen und war zu Beginn des Zweiten Weltkrieges Kommandant des Panzerkreuzers „Admiral Hipper“ der Kriegsmarine. Nach Kriegsende wurde er von 1961 bis 1964 Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages und hatte Anteil an der Denkschrift von Himmerod. Die erste Ausbildung von Kampfschwimmern in der Kriegsmarine begann erst 1944. Unter den ersten Soldaten befanden sich auch Olympiasieger sowie Rekordhalter, die zu diesem Zeitpunkt in Kiel trainierten und mit Vorführungen Werbung für die Kriegsmarine betrieben. Erster Ausbildungsort wurde ein kleines Appenin-Städtchen namens Valdagno. Hier befand sich ein damals modernes Schwimmbad und eine für Olympiaathleten vorgesehene Sportstätte. Diese Einrichtungen wurden ebenfalls durch die Kampfschwimmer der italienischen Marine mit dem Tarnname Decima MAS (10. Schnellbootflottille) genutzt. Im Anschluss verlegten die Soldaten zur weiteren Ausbildung auf die Insel Alga in der Lagune von Venedig.

Die Ausbildung wurde streng an das erbeutete Ausbildungskonzept der britischen „Commandos“, einer Sondereinheit, die hinter feindlichen Linien operierte, angepasst. Die hohe Qualität und umfassende Ausbildung wurde dadurch gewährleistet, dass die Wehrmacht fronterfahrene Ausbilder der Pioniere und Infanterie abstellte. „Sport wurde groß geschrieben, lautlose Selbstverteidigung musste“ (Einzelkämpfer auf See, Cajus Becker) jeder Soldat beherrschen. Als Hauptwaffe dienten Röhren mit 7,5 kg Sprengstoff, sogenannte „Sprengfische“ mit Zeit- oder Fahrstreckenzündern, um den Tauchereinsatz zu verschleiern. Zu ihrer Ausrüstung gehörten Dräger-Tauchgeräte, Gummianzüge, Chronometer, Kompass, Flossen oder Bleischuhe. Bereits im Juni 1944 waren die ersten 30 Soldaten fertig ausgebildet.

Der dritte Ausbildungsstandort war die SS-Junkerschule in Bad Tölz. Die Freiwilligen der Marine wurden aus Gründen der Geheimhaltung zwischen 22.00Uhr und 06.00Uhr morgens im dortigen Schwimmbadkomplex ausgebildet. Bemühungen, diese und letztlich auch alle Kampfschwimmer unter das Kommando der Waffen-SS zu stellen, wurden vom OKM, also direkt von Konteradmiral Heye, abgelehnt. Die ausgebildeten Soldaten wurden von Bad Tölz abgezogen.

Die größten Erfolge der Kampfschwimmer im Zweiten Weltkrieg wurden jedoch nicht im Meer oder in Häfen gegen Schiffe, sondern in Flüssen gegen Brücken erzielt. So wurden im September 1944 die besetzten Übergänge über die Orne und den Orne-Kanal, sechs Kilometer nördlich von Caen, eine Brücke über die Waal bei Nijmegen sowie eine Pontonbrücke über die Oder zerstört. Darüber hinaus fiel der Hafen Antwerpen durch die Sprengung eines Schleusentors der Kreuzschanzschleuse ca. ein viertel Jahr aus. Insgesamt wurden von 1943 bis 1945 nur 450 Kampfschwimmer ausgebildet, von denen jedoch lediglich 60 einsatzfähig waren.

Mit der Überführung der Waffentauchergruppe (Juli 2003) in die neue Organisationsstruktur der Spezialisierten Einsatzkräfte Marine (SEKM) hat die Deutsche Marine ein Bataillon geschaffen, das wie kein anderes die Handlungsfähigkeit der Seestreitkräfte der Bundesrepublik Deutschland auch in sich ändernden Lagen sowie Bedrohungen unterstützt und ein entscheidendes Mittel der nationalen Risikovorsorge darstellt. Mit der Umgliederung wurde innerhalb der Kampfschwimmerkompanie (KpfSchwKp) eine eigene organische Unterstützungseinheit, die Einsatzgruppe See (EinsGrpSee), materiell und personell aufgestellt. Die Aufstellung dieser Einsatzgruppe (TEAM) resultiert aus Erfahrungen vergangener Einsätze der seit 1959 existierenden und ältesten Spezialeinheit Deutschlands.

Die Kampfschwimmer profitieren dabei auch aus Erfahrungen unserer Verbündeten; hier insbesondere durch rege Zusammenarbeit mit den US-Navy SEALs. Beginnend mit dem seit 1975 existierenden Personal Exchange Program wurden diese konsequent in Einsatzverfahren (Standard Operating Procedures) und Konzepten der KpfSchwKp umgesetzt. Die US-Navy SEALs haben mit den Special Boat Teams (SBT) 2002 eine hochmobile und schlagkräftige Verbringungseinheit aufgestellt, die oftmals und fälschlicherweise als Nebenprodukt der Seal Teams (Boat Support Unit) angesehen wurde – heute aber das Rückgrat der seegehenden Beweglichkeit der Naval Special Warfare darstellt.

Das deutsche Pendant zu dem in Bataillonsstärke aufgestellten SBTs der US-Navy ist die an Größe und Struktur angepasste Spezialoperationen-Bootsteam (SBT) der Kampfschwimmer. Das Spezialoperationen-Bootsteam rekrutiert sich aus speziell ausgesuchten, ausgebildeten und ausgerüsteten Unteroffizieren der Verwendungsreihe 11 (Decksdienst) und 42 (Schiffsantriebstechnik); geführt durch einen Offizier und Portepeeunteroffiziere der Verwendungsreihe 34 (Kampfschwimmer). Als Wasserplattform dienen u.a. Jet-angetriebene Festrumpf-Schlauchboote Rigid Hull Inflatable Boats (RHIB), die sich durch ihren geringen Tiefgang, hohe Geschwindigkeit, Feuerkraft und Manövrierbarkeit auszeichnen. Die Unteroffiziere der Verwendungsreihen 11 und 42 – sie sind der elementare personelle Bestandteil – durchlaufen in ihrer Ausbildung zum Bootsführer RHIB, neben der erweiterten Kraftbootausbildung für Küsten-, Binnengewässer und nautischer Weiterbildungen folgende Lehrgänge:
– GMDSS-Lehrgang (Global Maritime Distress and Safety System)
– Funk- und Fernmeldelehrgang Spezialkräfte
– Einzelkämpferlehrgang
– Fallschirmspringerlehrgang (automatik und manuell)
– Lehrgang Überleben See – Rettungsbootsmann, Ersthelfer (Combat First Responder) A/B
– Führerscheine zum Führen von militärischen KFZ Aus- und Weiterbildungen an allen in der Spezialoperationen- Bootsteam (KpfSchwKp) verwendeten Waffen
Die Soldaten sind in der Lage, Spezialkräfteoperationen der Kampfschwimmer bei Tag und Nacht, in allen Klimazonen durchzuführen, zu unterstützen und in Notlagen sich mit den Kampfschwimmereinsatzteams (KSET) durchzuschlagen. Hierbei gilt der Grundsatz: Nicht die Boote sind das spezielle, sondern ihre Crew! Das Spezialoperationen-Bootsteam befähigt die Kampfschwimmereinsatzteams zu schnellem Eindringen in gegnerisch kontrolliertes Gebiet (Operationen in der Tiefe), sei es in Küstengewässern, Deltabereichen oder über Flüsse bis weit in das Landesinnere.
Auf hoher See können die Boote für unterschiedliche Einsätze verwendet werden und spiegeln somit einen Teil der nationalen maritimen Reaktionsfähigkeit auf aktuelle Bedrohungen wieder. Die umfassende Ausbildung der Soldaten des SBTund der Einsatz von Kampfschwimmern als Boot- und Elementführern befähigt zu Einzeloperationen wie:
– Nachrichtengewinnung und Aufklärung auf See und an der Küste
– Patrouillen-, Überwachungs- und Abriegelungsoperationen
– Counter Improvised Explosives Device (C-IED) / Antiminen Maßnahmen
– Feuerunterstützung (unterschiedliche Kaliber) zum Schutz eigener Kräfte
– Infiltration und Exfiltration von Einsatzkräften
– Versorgungs- und Nachschubleistungen für Einsatzkräfte zur Unterstützung der Durchhaltefähigkeit
– Bewaffnete Rückführung von militärischen Kräften
– Evakuierung von bedrohtem, zivilem Personal
– Unterstützung der Streitkräfte von Aufnahmestaaten
– Unterstützung von CIMIC (engl. Civil- Military Co-operation) und OpInfo (Operative Information)
– Unterstützung von LEKE (Luftlandefähige Komponente für den Elektronischen Kampf zur Nahunterstützung im Einsatz)
– Suche und Rettung von Personal unter Bedrohung
Die seegestützte Führung und die u. A. bei Steadfast Jaguar und NOCO (Northern Coast Großübung der NATO, geführt durch die Deutsche Marine, gezeigte und harmonierende Zusammenarbeit mit den auf Marineeinheiten (z.B. Einsatzgruppenversorger EGV oder zukünftig F125) eingeschifften Hubschraubern der Marine, eröffnen weitere Fähigkeiten einer vorgeschobenen maritimen Basis (»Basis See«). Ausgerüstet mit Aufklärungsmitteln kann das Spezialoperationen-Bootsteam detektierbare Anomalien im Schiffsverkehr ausfindig machen und somit als ein Teil der „Maritime Surveillance“ zur Herstellung der „Maritime Situation Awareness“ in der Reaktionskette ihren Beitrag leisten. Operationen der Spezialkräfte, die Unterstützung anderer militärischer Kräfte sowie die Möglichkeit, humanitäre Unterstützung oder Maßnahmen bei Naturkatastrophen auch in Krisengebieten bis weit in die Binnengewässer durchzuführen, sind als weitere Handlungsalternativen in der Einsatzfähigkeit auch im Rahmen von streitkräfteübergreifenden Operationen zu sehen.
In der Positionsbestimmung des damaligen Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Wolfgang Nolting, heißt es: „Eine wichtige Aufgabe über und auf See ist auch die Krisenprävention und die Krisenbewältigung vor Ort, um den Export von Risiken und Gefahren nach Europa zu verhindern.“ (MarineForum 3-2010 S. 6). Der Einsatz der Kampfschwimmer/Spezialoperationen-Bootsteam als Seekriegsmittel oder in Spezialkräfteoperation in einer NATO-geführten Maritime Security Operation ist eine der Möglichkeiten, auch in sich ändernden Lagen sowie Bedrohungen, die Handlungsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland darzustellen und eine sachgerechte Risikovorsorge zu betreiben, wenn die Zielvorgabe ein militärisches Einwirken auf ein Krisengebiet von See her vorsieht.

Beispiele für Spezialisierungen, wie sie in Spezialeinheiten üblich sind

Teamführer/ Stellvertretender Teamführer

Der Teamführer/ stellvertretender Teamführer ist keine Spezialisierung, soll aber aufgrund seiner herausgehobenen Position hier Erwähnung finden. Der Teamführer ist Offizier und führt das Team in Übungen und Einsätzen. Der stellvertretende Teamführer ist zumeist Unteroffizier mit Portepee und verfügt über langjährige Diensterfahrung. Er unterstützt den Teamführer. Beide Soldaten tragen die Verantwortung für die personelle, materielle und taktische Führung.

Scharfschütze

Die Scharfschützen sind dazu befähigt, Kampfeinsätze der Einsatzteams zu unterstützen, indem sie aus versteckter Position Präzisionsschüsse auf ausgewählte Ziele abgeben. Zumeist arbeiten sie in einer Zweimann- Rotte, d.h. Schütze und “Spotter“ (Beobachter). Ihr wichtigster Auftrag ist die Aufklärung und das Melden von Informationen. Dazu sind sie besonders in optronischer Aufklärung und Fernmeldewesen ausgebildet. Eine der großen Besonderheiten ist, dass Scharfschützen bei Spezialeinheiten, in vielen Fällen – aufgrund der geringen Personalstärke – ohne Spotter arbeiten müssen, wodurch sie eine höhere Belastung und Verantwortung tragen. Sie sind das wichtigste Einsatzmittel eines Einsatzteams und benötigen aufgrund der Komplexität ihres Auftrages und Ausrüstung einen hohen Trainingsaufwand.

Zugangstechniker

Zugangstechniker werden auch „Breacher“ genannt. Sie sind darin ausgebildet sprengtechnisch oder ballistisch Zugänge zu Objekten zu schaffen. Beispiele für solche Zugänge sind: Türen, Wände, Fenster, Schiffsschotten oder Schiffswände. Dies erfordert ein sehr präzises Vorgehen sowie Einsatz von Sprengmitteln oder Schusswaffen. Ziel ist es, Kollateralschäden vermeidend vorzugehen.

Kampfmittelbeseitiger

Der Kampfmittelbeseitiger ist als Fachkundiger dazu befähigt, EOD/ und IEDD- Lagen zu bewerten und den Teamführer zu beraten. Bei Lagen im Bereich der Fachkunde handelt es sich zum Beispiel um Einsatzort, Einsatzgebiete, Kampfmittel. Ebenfalls unterstützt er vor Ort bei, Vernichtung von Fundmunition und Waffen.

Special Operations Terminal Attack Controller (SOTAC) / Forward Air Controler (FAC)

Der SOTAC / FAC ist zuerst ein Fernmeldespezialist und befähigt, mit Land- / See- Einheiten, mit Luftfahrzeugen oder Drohnen zu kommunizieren. Er berät den Teamführer und führt die taktische Feuerunterstützung als vorgeschobener Beobachter beim Einsatz von Artillerie, Luftfahrzeugen und Drohnen mit ihrer spezifischen Munition.

Fernmelder

Der Fernmelder trägt die Verantwortung für Fernmeldeorganisation sowie Funk- und Fernmeldemittel des Einsatzteams. Er ist aufgrund der vernetzten Operationsführung das wichtigste Führungselement der Einsatzteams.

Einsatzsanitäter

Der Einsatzsanitäter ist dazu befähigt, erweiterte lebensrettende Sofortmaßnahmen an Verwundeten und Verletzten durchzuführen. Er führt Absprachen und steht in Verbindung und mit den zuständigen sanitätsdienstlichen Stellen im Einsatzland, um die “Golden Hour“ (Verwundetenversorgung in weniger als einer Stunde) sicher zu stellen. Im Einsatz führt er die Medical Evacuation.

Optronische Spezial Aufklärung

Der Operator Optronische Spezial Aufklärung ist dazu befähigt, Vorabaufklärung und Dokumentation, Aufnahme/ Sicherstellung von gerichtsverwertbaren Beweisen und Informationen einzuholen. Es handelt sich hierbei um eine Nebenaufgabe.

Sensitive Site Exploitation (SSE)/ Tactical Site Exploitation (TSE)

Zur Sensitive Site Exploitation (SSE)/ Tactical Site Exploitation (TSE) werden in Grundlagen alle Operator befähigt. Es ist keine Spezialisierung sondern eine Nebenaufgabe. Dennoch gibt es LEAD SSE/TSE Operator, die in der zielorientierten Gesprächsaufklärung, der Sichtung, Kategorisierung und Dokumentation zur Abgabe an Dritte (gerichtsverwertbare Beweise) befähigt sind.

Unmaned Air Vehicle

Der Unmaned Air Vehicle Operator ist dazu befähigt, durch Drohnen Einsätze zu unterstützen.

Vertikale Verbringung

Der Operator für Vertikale Verbringung ist dazu befähigt, Luftlande- Einsätze in jeglicher Form (Fallschirmsprung, Fast Ropeing, Repelling) zu planen und als Absetzer durchzuführen. Auch dies ist keine Spezialisierung sondern eine Nebenaufgabe, die aber aufgrund ihrer Komplexität und zum Einhalten der Sicherheitsbestimmungen in Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugen von besonderer Wichtigkeit, ist.

Nach dreijähriger Ausbildung ist es dann soweit: Die Ernennung zum Kampfschwimmer.Der neue Kampfschwimmer bekommt in einer schlichten Zeremonie „sein“ Abzeichen, zusammen mit „seiner“ Ernennungsurkunde, „seinem“ Kampfschwimmerschein und „seiner“ Kampfschwimmernummer verliehen. Er wird offiziell in die Gemeinschaft der Kampfschwimmer aufgenommen; eine Gemeinschaft die – in 55 Jahren dieser Fähigkeit – nur knapp 300 Soldaten zählt. Mit dem „Abmelden“ des Soldaten aus der Ausbildungsinspektion und der „Meldung“ in die Kampfschwimmerkompanie unter den Augen aller aktiven Kampfschwimmer wird die Ernennung abgeschlossen. Offensichtlich spiegelt diese einfach Zeremonie das Ende der Ausbildung wieder.

Tatsächlich beginnt sie erst jetzt!

Für den „New Guy“ beginnt nun eine prägende Phase. Wie in jeder Kompanie muss auch er sich seine „Sporen“ verdienen. Grundlagen, die in der Ausbildung gelernt wurden, werden nun permanent in komplexen Lagen abgefragt. Mitdenken und Handeln im Rahmen des Teams sowie mit seinem Vorgesetzten wird erwartet. Eigenständigkeit, Umsichtigkeit für auftragsbezogenes Vorgehen, offene Augen und Ohren, also Konzentration aller Sinne auf die Gesamtlage, sind das Rüstzeug um sich erfolgreich im Teamrahmen zu bewegen.

Noch ohne Spezialisierung (Siehe Kapitel Beispiel für Spezialisierung) werden die „New Guys“ als Maschinengewehrschützen/ Gunner im Team eingesetzt. Eine Verwendung die gerade körperlich fordernd ist, aber Mitdenken abverlangt. Denn Maschinengewehre sind auch bei den Spezialeinheiten Schwerpunktwaffen. Sie dienen z. B. als Schweigewaffen zur Überwachung oder im Ausweichdrill zum Niederhalten. Trotz charakterlicher Streuung einer Flächenwaffe arbeitet der Kampfschwimmerschütze mit ihnen punktuell und hochpräzise.

Traditionsgemäß – wie auch in den SEAL Teams üblich – werden alle und zumeist „unangenehmen“ Job´s durch die New Guys übernommen. So ist es zum Beispiel üblich, dass sie die Reinigung des Gebäudes, der Teamzimmer, das Packen von Ausrüstung etc. übernehmen. Dabei stehen sie unter Beobachtung durch den dienstältesten Team-Unteroffizier, der registriert, ob sie diese Jobs gerne und gründlich machen. Solche Jobs formen nicht nur den Charakter, sie zeigen ihn auch!

Die New Guys verdienen sich in dieser Zeit einen Spitznamen, der sie über ihre ganze militärische Karriere „verfolgt“ und sie auch schützt. Es ist keine Besonderheit sondern wird in jeder Spezialeinheit so betrieben. Soldaten können somit im Einsatz angesprochen werden, ohne dass ein Klarname fällt und der Identitätsschutz verletzt wird.

Wie angedeutet, ist das Leben für den New Guy aufregend, sie sind zumeist die ersten am Morgen und die letzten am Abend. Sie müssen das Wissen und die Erfahrungen wie ein Schwamm aufsaugen und lernen, lernen, lernen! Die Operations- und Trainingsfrequenz, die zeitlich bei ca. 200 Tagen Abwesenheit vom Standort + Einsatz liegt, wird wegen ihnen nicht verlangsamt. Abläufe, die nicht „sitzen“, müssen unter „Eigenregie“ zusätzlich geübt werden; die Pausen, die das Team einlegt, eignen sich ideal dafür; alternativ steht auch die Zeit nach dem Dienstschluss zur Verfügung! Die Entscheidung über den Verbleib des Soldaten im Team sowie über die Spezialisierung trifft der Teamführer.

Ist der Kampfschwimmer geeignet, wird ihm eine Spezialisierung zugeteilt. Dabei werden Wünsche und Können des Soldaten bedacht. Es gilt: Was man gern macht, macht man gründlich! Je nach Spezialisierung werden die Soldaten auf nationale und internationale Lehrgänge geschickt. Berufssoldaten durchlaufen meist mehrere Spezialisierungen. Als Beispiel werden Fernmelder oft „Forward Air Controller“. Bei den Spezialisierungen ist es „normal“ das ein Kampfschwimmer, wenn er auf einen Lehrgang geht, ihn auch besteht und ihn als oder unter den Besten abschließt!

Beispielgebend dafür ist die „auffällige“ Anzahl an Kampfschwimmer-/Anwärtern, die als Bootsmann des Jahres von der Marine ausgezeichnet wurden. Diese Motivation ist schon intrinsisch, also eigenmotiviert, denn auch bei den „Wenigen“ gilt, dass nur „die Besten“ Berufssoldat werden. Diese Tatsachen zeigen den Anspruch, den die Kompanie an jeden einzelnen Soldaten stellt und spiegelt ebenso das Niveau von Spezialkräftepersonal, das für Einsätzen bereit steht, wieder. Dieses Niveau ist bewusst hoch, denn Fehler verzeiht die Einsatzrealität nicht.

In der Kompanie herrscht ein lockerer, aber respektvoller Umgang. Es wird sich mit Vornamen, „Du“ oder mit Spitznamen angesprochen. Die Dienstgradstruktur ist existent, jedoch zählt die Erfahrung gerade bei Planung und Durchführung von Operationen. Diese Leistung, Eignung und Befähigung bewirken, dass z.B. Phasen der Operation von geeigneten Unteroffizieren geplant und geführt werden. Hierbei handelt es sich besonders um solche Phasen, die eine Spezialisierung erfordern. Beispielsweise sei die „Medical Evacuation“ genannt, die vom Team Medic (Rettungssanitäter) in Zusammenarbeit mit den dazu notwendigen Stellen geplant und im Fall der Fälle durchgeführt wird. Dennoch gilt im Hinblick auf die Gesamtsituation: Verantwortung ist unteilbar! Egal wie der Ausgang eines Trainings oder einer Operation ist, die Offiziere/ Teamführer tragen die Verantwortung.

Die Kampfschwimmer der Deutschen Marine gehören zu den besten Special Operation Forces weltweit. Sie sind für den triphibischen Einsatz ausgebildet. Wasser, Land und Luft sind ihre Elemente.

Aus der Luft

Auch das Medium Luft wird durch den Kampfschwimmer zur unerkannten Annäherung und Auftragserfüllung genutzt. Dies kann aus Luftfahrzeugen im Automatik-, HAHO und HALO Fallschirmsprungverfahren oder aus Hubschraubern im Fast Ropeing, Repelling, Rescue Basket oder Spie Rig Verfahren erfolgen.